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Urgestein des ATSV Reichenbach nahm Abschied

Mit 64 Jahren letztes Pflichtspiel bestritten / Nennenswerter Trainingsfleiß


REICHENBACH

Am letzten Spieltag der A-3-Klasse ging eine einmalige Fußballerkarriere beim ATSV Reichenbach offiziell zu Ende.
Mehr als ein halbes Jahrhundert lang stand Günter Hoderlein ohne Unterbrechung dem Verein als Fußballer in der Schüler-, Jugend- und den Seniorenmannschaften zur Verfügung. Mit 64 Jahren spielte er in der vergangenen Saison noch in der 1. Fußballmannschaft und schnürte nun gegen die 2. Mannschaft des SV Steinwiesen zum „letzten Mal“ die Fußballstiefel.

Mit einem kleinen Präsent wurde diese Verabschiedung von Seiten des ATSV Reichenbach vom 1. Vorsitzenden Robert Oschmann durchgeführt. Dabei dankte der Vorsitzende Günter Hoderlein für seine Vereinstreue und sein langjähriges Engagement für den Verein, denn Günter Hoderlein war nicht nur Fußballspieler sondern auch langjähriger Trainer, Spielleiter und 16 Jahre lang Jugendleiter beim ATSV.
In allen seinen Funktionen machte sich der „Schnipper“, wie Günter Hoderlein allseits bekannt ist im ganzen Landkreis, auch darüber hinaus, einen Namen.

Das der sympathische Sportler so lange Fußball spielen konnte verdankt er seiner körperlichen Fitness und das er vor größeren Verletzungen verschont geblieben ist.
Das kommt nicht von ungefähr, denn Günter Hoderlein stand all die Jahre nach jeder Spielserie als Fußballer mit den meisten Spielen und mit Abstand den meisten Trainingseinheiten vor allen anderen Spielern.

In der Spielserie 1961/62 stand er zum ersten Mal in der 1. Mannschaft des ATSV und konnte die Meisterschaft und den Aufstieg in die A-Klasse mit erringen. Als weitere Höhepunkte seiner Karriere bezeichnet Günter Hoderlein das Jahr 1971 als man im Pokal den damaligen Landesligameister und Bayernligaaufsteiger FC Kronach aus dem Rennen warf.

Im gleichen Jahr wurde der ATSV zusammen mit dem FC Mitwitz und dem TSV Windheim punktgleich an der Spitze der A-Klasse stand und mit diesen Mannschaften Ausscheidungsspiele um den Aufstieg in die Bezirksliga machte.
Aber auch an die Einsätze die er in verschiedenen Auswahlmannschaften mitmachen durfte erinnert Günter Hoderlein gerne und nennt u.a. das Spiel einer „Grenzlandauswahl“ gegen den die Mannschaft des FC Bayern Hof, welche damals in der 2. Liga spielte.

Auch in einer Ü-40-Frankenwaldauswahl durfte er kicken, als diese gegen eine Prominentenmannschaft mit Ex-Nationalspieler wie Löhr, Müller, Sternkopf u.a. spielte. Ein Traum erfüllte sich für Günter Hoderlein als er 1987 als Spielertrainer mit vier seiner fünf Söhne in einer Mannschaft spielte und in einem Relegationsspiel gegen den TSV Neukenroth mit 5:0 gewann, was den Aufstieg in die B-Klasse bedeutete.

Als Tiefpunkte seiner Spielerlaufbahn bezeichnet Günter Hoderein natürlich die jeweiligen Abstiege der 1. Fußballmannschaft. Bedauerlich für ihn ist aber die derzeitige Situation um die 1. Fußballmannschaft. Die Spielserie in der A-3-Klasse wurde gerade mit dem letzten Platz, nur sechs Punkten und einem Torverhältnis von 20:131 beendet. Dabei könnte die Mannschaft viel besser dastehen, so Günter Hoderlein. Aber der Fortgang vieler Spieler, permanenter Spielermangel und auch ein gewisses Desinteresse würden eben zu der derzeitigen Situation beitragen.

Dem Sport will Günter Hoderlein aber keineswegs den Rücken kehren und die Fußballschuhe sollen auch noch nicht an den Nagel gehängt werden. Mit Jogging und Radfahren hält er sich fit und sofern er für eine Altligamannschaft gebraucht würde, stehe er jederzeit zur Verfügung und die Organisation einer Ü-40-Auswahlmannschaft habe er sich noch als Ziel gesetzt.

-bz-


Bildunterschriften:

Bild 1:

Günter Hoderlein schnürte mit 64 Jahren zum letzen Mal die Fußballstiefel für den ATSV Reichenbach.

Bild 2 :

Beim letzten Pflichtspiel dankte Robert Oschmann, 1. Vorsitzende des ATSV Reichenbach, Günter Hoderlein für sein jahrzehntelanges Engagement für den Verein.


Bild 3:

Zum letzten Pflichtspiel von Günter Hoderlein im Trikot des ATSV Reichenbach hatte sich dessen Fanclub eingefunden.


Fotos: Bernhard Zipfel

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