Reichenbacher Musikanten brannten Feuerwerk
im Rheinland ab
REICHENBACH
Ein wahres musikalisches Feuerwerk aus der Welt
der Blasmusik brannten die 19 Musiker der Original Reichenbacher
Blasmusik zum Oktoberfest in Sessenbach bei Koblenz ab.
Was sich einst aus einem Betriebsfest gründete und
sich nun zum 21. Okto-berfest entwickelt hat gilt inzwischen
als Publikumsmagnet im Westerwald.
Nach dem traditionellen „Bayerischen Defiliermarsch“ begrüßte
Dirigent Klaus Schnappauf alle Gäste im vollgefüllten
Festzelt und bedankte sich gleich für den herzlichen
Willkommensapplaus. Die Musiker stellten sich dann gemeinsam
mit der böhmischen Polka „Wir grüßen
Euch“, gesungen von Ronald Licht vor. Nach dem Bieranstich
durch Bürgermeister Willi Emmerich schloss sich das
erste gemeinsame „Prosit der Gemütlichkeit“ an.
Es folgte ein buntes Feuerwerk aus der Welt der Blasmusik.
Trotz Oktoberfestlaune mit Titeln wie dem „Fliegerlied“ von
Donikkl oder dem Song „Cowboy und Indianer“ kamen
auch die Erfolgstitel aus Böhmen nicht zu kurz. So
wurde der „Böhmische Wind“, „Egerland – Heimatland“ oder
die neu aufgelegte „Vogelwiese“ mit anhaltendem
Beifall bedacht. Beim gedankenvollen Klassiker „Großer
Manitou“ der Schürzenjäger sah man Günter
Hoderlein als großen Krieger auf der Bühne stehen,
der die Friedenspfeife mit der Posaune getauscht hatte. Im
Anschluss daran erklang das für die Trompeter Edgar
Ruppert und Desiree Georgi anspruchsvolle Trompetensolo „Grüße
aus Bayern“. Ein Ländlerpotpourri das es in sich
hat und beim mitschunkelnden Publikum gut ankam. Anders
als in hiesigen Gefilden wird im Westerwald ausführlich
das Tanzbein geschwungen, deshalb achtete Dirigent Klaus
Schnappauf darauf, auch für diese Gäste die passenden
Rhythmen parat zuhaben, besonders der Faschingsschlager „Rot
sind die Rosen“ musste gleich mehrmals gespielt werden.
Als Bürgermeister Willi Emmerich plötzlich eine
zwanzigköpfige Abordnung der Tischtennisabteilung des
ATSV Reichenbach im Festzelt begrüßen konnte staunten
nicht nur die Musiker sondern auch die mitgereisten Fans
aus Reichenbach. Es fiel die nett gemeinte Bemerkung „in
Reichenbach sieht man sich nicht aber im Rheinland“.
Bei der internen Hitparade der Oktoberfesthits belegte „Das
rote Pferd“ zwar nur den dritten Platz, aber Axel Licht
brachte auch diesen Titel souverän über das Mikro
zu den Gästen rüber.
Am späteren Abend, als die Original Reichenbacher Blasmusik
schon einige male das „Fliegerlied“ gespielt
hatte, kam fast schon „Wetten dass..“- Stimmung
auf, als sich eine junge Frau bei der Bühne meldete
und sich dem Sänger anvertraute, dass Sie 20 Flaschen
Sekt an der Bar von ihren Freunden gewinnt wenn sie sich
traut, das Lied vom Donikkl mit den Reichenbachern über
Mikrofon zu singen. Dank Axel Licht`s Unterstützung
haben beide das „Fliegerlied“ gemeistert und
alle Anwesenden im Festzelt sind mit abgehoben, da Florian
Förtsch, Kevin Hertel und Desire Georgi alle Bewegungen
als „Ballett“ vorgemacht hatten. Immer wieder
wurden wünsche an die Kapelle herangetragen und so musste
ganz tief in das „Schatzkästchen“ der Volksmusik
gegriffen werden als auch das „Kufsteinlied“ oder
die „Kuschel-Polka“ gewünscht wurde. Dass
Blasmusik verbindet merkte man mit jedem Stück das am
Abend dargeboten wurde, so ist vielleicht auch die über
zwanzig jährige Freundschaft mit den Bürgern aus
Sessenbach zu verstehen. Das breit gefächerte Spektrum
aus traditioneller und moderner Blasmusik, das die aufspielenden
Musiker leidenschaftlich vortrugen, macht einfach das Flair
dieses Festes aus. Am Ende eines langen Oktoberfestabends
ist man dennoch den Rufen nach Zugaben bereitwillig nachgekommen
und verabschiede sich endgültig vom begeisterten Publikum
mit dem Evergreen der Beatles „Hey Jude“. Beim
Gesangssolo von Axel Licht dachte man, das dieses Stück überhaupt
nicht mehr endet, da das Publikum immer und immer wieder
einsetzte und zu singen begann, das es den meisten auf den
Heimweg sicherlich noch im Ohr blieb.
Trotz strömenden Regens am Sonntag, war auch zum Frühschoppen
das Zelt wieder gut besucht, da alle Gäste die Musik
aus Bayern hören wollten. Dirigent Klaus Schnappauf
hielt den Erwartungen als Dirigent stand und brachte neben
den typischen böhmischen und fränkischen Titeln
auch Internationale Bestseller auf das exklusive Programm.
Als besonderes Highlight wurde ein fast zehn Minuten langes
Potpourri mit den bekanntesten Filmmelodien wie „Exotus,
Winnetou, Krieg der Sterne, die Brücke am Kwai und Wunderland
bei Nacht“ auf besonderen Wunsch des Mandolinenorchesters
Sessenbach aufgeführt. Dabei merkte man förmlich
die durchdringende energiegeladene Spannung zwischen Publikum
und Musiker die bis zum Applaus nach dem letzten Takt anhielt.
Zu Bier und Schweinehaxe gehört einfach die Blasmusik
aus Reichenbach so Bürgermeister Willi Emmerich, welcher
schon beim Frühschoppen verkündet hat, dass es
auch 2009 wieder ein Oktoberfest in Sessenbach geben wird.
Doch damit nicht genug, ein im Zelt anwesender Manager einer
Künstleragentur
möchte das komplette Fest als Exportschlager nach Dänemark
bringen und hat auch dazu mit den Musikern gesprochen. Begeistert
hat ihm dass, trotz dieser Klangvielfalt jedes einzelne Instrument
deutlich zu hören war. Die Reichenbacher können
stolz sein, solch eine Kapelle im eigenen Ort zu haben. Der
Frühschoppen der bis in den Nachmittag ging endete schon
traditionell mit dem Deutschland Lied dem der Choral „Ich
bete an die Macht der Liebe“ vorausging. Ein kleines
Kunstwerk war es dann wieder einmal das viele Reisegebäck
zu verstauen, schließlich mussten ja neben der normalen
Kleidung auch die Musikeruniformen, die Instrumente und die
Musikanlage eingeräumt werden. Weitere Infos unter:
www.original-reichenbacher.de
-bz-


ORB 01:
Die Original Reichenbacher Blasmusikanten
beim 21. Oktoberfest in Sessenbach/Rheinland Pfalz, dirigiert
vom Bierkönig „Gambrinus“.
ORB 02:
Axel Licht, der Sänger der Original Reichenbacher Blasmusikanten
beim „Fliegerlied“ mit der Wettkandidatin.
ORB 03:
Posaunist Günter Hoderlein als „Großer
Manitu“ beim gleichnamigen Hit der „Schürzenjäger.
Fotos: Bernhard Zipfel
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